Donnerstag, 23. Juli 2015

Eine interessante Beobachtung voller Dankbarkeit…

Zunächst muss ich vorausschicken, dass ich seit vielen Jahren intensiv traditionelles, japanisches Karate betreibe.

Und trotz (oder vielleicht auch gerade wegen) meiner intensiven Sex-Erfahrungen und diverser waghalsiger Abenteuer mit Frauen innerhalb der vergangenen Jahre, hat mein Interesse an Frauen und Beziehungen/Interaktionen konstant nachgelassen – ich bin seit längerem solitär, finde das ganz großartig und sehe keinen Grund, das je zu ändern (jedenfalls, soweit ich meine Zukunft überblicken kann).

In meinen Jugendjahren und bis zum 25 Lebensjahr war ich darüberhinaus im Bezug auf Sex & Weiber (trotz Karate! ;) der "klassische Loser" und mein Sexleben bestand aus Pornos und gelegentlichen Bordellbesuchen – die Frauen, nach denen ich mich sehnte, die bekam ich nie, selbst wenn ich bis zur Selbsterniedrigung um sie warb oder sogar um sie "kämpfte".

Nach all meinen eigenen, lebenswerten Sex-Erfahrungen – hauptsächlich dank Mr. Sleazy – bin ich nun in dieser Hinsicht ein signifikant anderer, aber kann mich natürlich noch gut an die sexuell bleiernen 15 Jahre ab meinem 10. Lebensjahr erinnern und habe dafür insgeheim noch lange später geschämt…


Jetzt aber zum eigentlichen Thema: Vor ein paar Tagen konnte ich also in meinem Dojo eine zutiefst interessante Beobachtung machen…

Wir haben einen sehr netten neuen Schwarzgurt, der seit kurzem bei uns mitmacht und an besagtem Abend verlängerten wir das Training spontan, um im kleinem Kreis raffinierte Spitzfindigkeiten ausprobieren. Nach dem Training in der Umkleide rief seine Freundin an, während er dabei war, sich umzuziehen. Sie hatte ihm zuvor auch schon mehrere WhatsApp-Nachricht geschrieben mit "Komm' bitte schnell heim", "Wo bleibst Du nur!!!?" usw. und machte ihm dann auch am Telefon nochmal so richtig wehleidigen Druck. Er war ganz klein und beteuerte seine Unschuld und dass er quasi in Lichtgeschwindigkeit zu ihr eilen würde. Seine zu erwartende Verspätung war in ihren Augen wohl jetzt schon absolut un-ver-zeih-lich.

Ich beobachtete das alles interessiert und als er aufgelegt hatte fragte ich ihn, leicht schmunzelnd: „… Na, Ärger mit der Alten…?“ ;)

Er erwiderte darauf: "Ach jaaaa, die macht sich ja immer so Sorgen um mich und will wissen, wo ich bin, wann ich wieder bei ihr bin und klammert voll... sie ist genau so alt wie ich [26 J.], und möchte jetzt irgendwann auch Kinder haben... aber die Firma, bei der ich zur Zeit bin könnte möglicherweise insolvent gehen und da bin ich momentan noch vorsichtig... ach, ich bereue es ja so, dass ich wegen den ganzen Weibern, wegen dem Ficken und dem Mir-die-Hörner-Abstoßen so oft das Karate unterbrochen habe und erst jetzt merke, wie wichtig mir das ist und dass ich traditionell da mehr lernen will. Die Ablenkung durch die Weiber hat so viel wertvolle Zeit gekostet, wenn mir das alles doch schon mit 16, 17, 18 so klar gewesen wäre... ich will unbedingt vor einem möglichen Kind noch über Eure Kontakte eine Zeit in Tokyo trainieren, ich will da noch in Japan sein, u-n-b-e-d-i-g-t — den Traum will ich mir noch wahr machen. Sollte die Firma tatsächlich insolvent gehen, dann packe ich meine Koffer und bin erstmal weg, ist mir alles scheißegal..."

Als ich DAS von ihm hörte — und er ist wirklich ein sehr, sehr netter Kerl — habe ich nochmal ganz intensiv begriffen, wie gut ich es früher als "Loser" doch eigentlich hatte, ja was für ein riesiges Glück das eigentlich gewesen ist. OK, ich bin immer alleine in meinem Bettchen eingeschlafen und aufgewacht (und manche mögen das als eine beklagenswerte Tatsache betrachten), aber mir ist nie eine Frau mit ihren Impulsen und Begehrlichkeiten in mein Leben eingedrungen, hat auch meine Qualitätszeit nicht überbeansprucht oder/und meinen Fokus durcheinandergebracht. Ich habe meine ganz eigenen Interessen immer zu vollen 100% verfolgen können, ohne daran wegen Frauen auch nur irgendwelche geringsten Abstriche machen zu müssen. Ich musste meine Rede nie aus der Angst vor weiblichen Reaktionen zensieren (und muss auch heute nicht), ich musste nie vor Frauen kuschen und mich zum Affen machen oder kastrieren lassen, ich musste nie ihre Launen und ihren Kontrollwahn ertragen und v. a. nie den Rest meines Lebens gezwungenermaßen nur mit einer einzigen Frau Sex haben, die zudem von Monat zu Monat und von Jahr zu Jahr immer älter wird.


Schon damals war ich in dieser Hinsicht tatsächlich immer vollkommen frei gewesen – nur war mir das früher nie so bewusst. Wie absurd… statt dessen fühlte ich mich damals immer von oben bis unten mit "Mängeln" behaftet. Erst in diesem Moment des Gespräches mit einem neuen Trainingspartner habe ich diesen Umstand für mich so richtig "in Mark und Bein gehend" voll und ganz begriffen.

Das hat mich innerlich sehr berührt und ich verspürte ein ganz neues Gefühl der Dankbarkeit auch für meine, eigentlich von mir lieber verdrängte Vergangenheit.

In der Tat ist dieser Satz des Zen-Meisters Kodo Sawaki Roshi wahr: 

JEDER TAG IST EIN GUTER TAG.

Kommentare:

  1. Warte mal, bis Du mit jemandem sprichst, der Frau und Kind hat und womoeglich ungluecklich verheiratet ist! Manche von denen leiden unter einem solchen Stupor, dass ihnen nicht einmal mehr bewusst ist, was sie alles fuer die Zwangsjacke aufgeben, die sie sich ausgesucht haben.

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    1. Ha! Eines meiner Lieblings-Bonmots von Schandschnautze Henryk M. Broder war immer: "Ich lege mich lieber mit Al-Qaida an als mit meiner Frau."

      https://m.youtube.com/watch?v=7dXHJTWSfMk @ 3:55. ;)

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  2. Hi Marco,

    thanks for sharing! :)

    "Ich habe meine ganz eigenen Interessen immer zu vollen 100% verfolgen können, ohne daran wegen Frauen auch nur irgendwelche geringsten Abstriche machen zu müssen."

    Wie es der Zufall will, hat der gute Stardusk just heute ein kleines, aber feines Video hierzu rausgehauen:

    https://www.youtube.com/watch?v=cE1oe4qeqvI

    "Schon damals war ich in dieser Hinsicht tatsächlich immer vollkommen frei gewesen – nur war mir das früher nie so bewusst. Wie absurd… statt dessen fühlte ich mich damals immer von oben bis unten mit "Mängeln" behaftet. Erst in diesem Moment des Gespräches mit einem neuen Trainingspartner habe ich diesen Umstand für mich so richtig "in Mark und Bein gehend" voll und ganz begriffen."

    Ähnlich gings mir neulich nach unserem Mailaustausch vor 1-2 Monaten (nochmals vielen Dank!). Schon erstaunlich, dass man immer noch Aha-Erlebnisse in Bezug auf Fakten haben kann, die einem streng genommen nicht wirklich neu sind.

    Aber Erkenntnise -auch wenn sie vergleichsweise schnell gewonnen werden können-
    brauchen mitunter recht lange bis man sie wirklich akzeptiert bzw. verinnerlicht, d.h. bis sie wirklich sacken.

    Was diese Weiber-Geschichte angeht, ist das ja auf der anderen Seite kein Wunder,
    da man ja auch nach Einnahme der sog. "Red Pill" (oder auch "Black Pill") nach wie vor in einer gynozentrischen Gesellschaft lebt und entsprechender Dauerbeschallung durch Umfeld, (Pop-)Kultur, Shamestream-Medien, dreister Femi-Propaganda etc. ausgesetzt ist -von dem biologisch bedingten Zuckungen im Unterleib mal ganz zu schweigen ;)

    Um so wichtiger ist hier die "Gegen-Agitation" durch Leute wie dich. Ich weiß das sehr zu schätzten.

    @Aaron: "Manche von denen leiden unter einem solchen Stupor, dass ihnen nicht einmal mehr bewusst ist, was sie alles fuer die Zwangsjacke aufgeben, die sie sich ausgesucht haben." Auf jeden Fall! Erstaunlich, was für dicke Bretter selbst viele an sich recht helle und reflektierte Zeitgenossen da munter tagein-tagaus auf ihrer Stirn spazieren tragen.

    Aber trotzdem frage ich mich, wie hoch der Anteil derjenigen ist, die sich wieder besseren Wissens (oder zumindest trotz einer gewissen Vorahnung) dennoch auf diesen Irrsinn einlassen. Zu hoch wohl :(

    Vielleicht weiß Mann ja genug, um zu wissen ( bzw. sich einzureden), dass es besser ist (bzw. sei), nicht mehr zu wissen. ("Der betörende Glanz der Dummheit" heißt ein relativ neuses Buch von Esther Villar. Hab's nie gelesen, vielleicht nehm ich's noch in Angriff.)

    Brent

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